Die zehn schönsten Aussichtspunkte Schottlands
Schottlands Aussichtspunkte leben vom Wetter, vom Licht und von der Silhouette. Die Geländeformen — Sandsteinkanten, gletscherausgehöhlte Kare, von der letzten Eiszeit geformte Meeresarme — sind für sich genommen dramatisch. Was eine schottische Aussicht aber unvergesslich macht, ist das ständige Spiel aus Wolken, Sonnenfingern und hereinziehenden Schauern. Eine Liste von zehn Favoriten ist immer persönlich; die folgenden sind Orte, an denen die Geographie ihrem Ruf gerecht wird.
1. Old Man of Storr, Isle of Skye
Die Basaltnadel am Trotternish-Grat rahmt einen Blick über den Sound of Raasay bis zu den Bergen von Torridon. Vom Parkplatz aus eine gute Stunde Aufstieg. Sonnenaufgang ist die ikonische Tageszeit; am Nachmittag liegt die Westflanke flach im Licht.
2. Arthur's Seat, Edinburgh
Der erloschene Vulkanpfropfen über dem Holyrood Park bietet einen 360-Grad-Blick über die Stadt, den Firth of Forth, die Pentlands und East Lothian. Vom Parlament aus in dreissig Minuten erreichbar — der bequemste grosse Aussichtspunkt Grossbritanniens.
3. Quiraing, Nord-Skye
Eine Bergrutschterrasse mit spitzen Nadeln, kleinen Tümpeln und smaragdgrünen Wiesen. Der Pfad führt unter den Klippen entlang und liefert eine Folge gerahmter Ausblicke statt eines einzigen Panoramas. Ein halber Tag ist gut investiert.
4. Sgùrr na Stri, Cuillin
Nach Cuillin-Massstäben ein bescheidener Gipfel, doch mit dem wohl schönsten Bergblick Schottlands: Loch Coruisk im Vordergrund, der Black-Cuillin-Grat als Kulisse. Eine lange Boots- und Wandertour ab Elgol.
5. Cairn Gorm — Gipfelplateau
Der Gipfel oberhalb der Standseilbahn öffnet eine arktisch wirkende Hochfläche mit Blick über die Cairngorms — das grösste zusammenhängende Hochland Grossbritanniens. Schnee kann bis Juni liegen. Im Winter herrschen voll alpine Bedingungen.
6. Glencoe — Three Sisters
Der Parkplatz an der A82 unter den Three Sisters von Glencoe gehört zu den meistfotografierten Strassenrand-Aussichten Europas. Am schönsten am Nachmittag mit Schnee in den Wänden; bei Sturm legendär.
7. Calton Hill, Edinburgh
Die klassizistischen Monumente krönen einen niedrigen Hügel, der Edinburgh von oben rahmt — die Altstadt im Süden, die Forth-Brücken im Norden. Bei Sonnenuntergang glüht der Sandstein. Im Winter besonders schön, wenn die Sonne hinter dem Schloss versinkt.
8. Beinn Eighe — Coire Mhic Fhearchair
Das verborgene Kar hinter dem Beinn Eighe enthält den Triple Buttress — eine Wand aus kambrischem Quarzit über einem Gletschersee. Der lange Zustieg durch Torridon macht ihn zum schottischen Belohnungs-Aussichtspunkt schlechthin.
9. Knockan Crag, Assynt
Ein kleiner geologischer Aussichtspunkt von globaler Bedeutung: am Moine Thrust wurde hier nachgewiesen, dass ältere Gesteine über jüngere geschoben werden können. Der Blick zu Suilven und Cul Mor ist klassisches Assynt.
10. Neist Point, West-Skye
Der westlichste Punkt der Insel. Ein kurzer Pfad führt zu einem Leuchtturm auf Basaltklippen über dem Minch. Der Sonnenuntergang hinüber zu den Äusseren Hebriden ist das kanonische Highland-Bild. Im Sommer früh parken.
Licht und Wetter
Das schottische Licht ist sprichwörtlich wechselhaft. Ein gelungener Besuch heisst oft, einen Schauer abzuwarten oder mit Teilblicken durch Wolkenlücken zufrieden zu sein. Wer fotografiert, lernt, das zu lieben und mehrere Anläufe einzuplanen.
Auf der Karte erkunden
Die zehn Aussichtspunkte verteilen sich auf Skye, die Highlands, die Cairngorms und das Central Belt. Die meisten sind mit Planung auch per Bus und Bahn erreichbar. Die interaktive Karte zeigt Ausgangspunkte, Parkmöglichkeiten und Übernachtungstipps.