← Zurück zum Blog

Top 10 Aussichtspunkte in Griechenland

Griechenland ist ein Archipel-Land, das heisst: die besten Aussichten liegen meistens am Meer oder über ihm. Caldera-Blicke, Klosterränder, Klippenstrände und antike Tempel auf Felszungen ins Ägäische Meer — die griechischen Aussichtspunkte haben eine unverwechselbare Atmosphäre aus Geschichte und Geografie.

1. Oia-Burg, Santorin

Die Ruinen der venezianischen Burg von Oia am Nordwestende Santorins sind der bekannteste Sonnenuntergangs-Aussichtspunkt der Welt. Die Caldera öffnet sich nach Westen; die Sonne versinkt direkt über dem Meer in der Öffnung des ehemaligen Vulkankraters. Der Aussichtspunkt ist ohne Eintritt zugänglich; in der Hochsaison (Juli/August) stehen bis zu 1.500 Menschen gleichzeitig auf den Mauern und dem angrenzenden Klippenpfad. Ankunft mindestens 90 Minuten vor Sonnenuntergang empfohlen. Fussmarsch von Oia-Dorfzentrum: 5 Minuten. Gegenüber liegt Fira auf 260 Metern am Calderarand.

2. Windmühlen von Mykonos, Kato Mili

Die sieben venezianischen Windmühlen auf dem Kato-Mili-Hügel über dem alten Hafen von Mykonos-Stadt sind eines der markantesten Panorama-Silhouetten Griechenlands. Vom Windmühlenhügel sieht man den Süd-Hafen, das Viertel Little Venice (Alefkandra) und die Ägäis bis zur Insel Delos (9 km). Der Aussichtspunkt ist frei zugänglich und ganzjährig offen; die Windmühlen selbst sind geschlossen. Bestes Licht: spät nachmittags, wenn die Westseite der Windmühlen von der untergehenden Sonne angestrahlt wird.

3. Roussanou-Kloster, Meteora

Die Klöster von Meteora in Thessalien stehen auf Sandstein-Monolithen bis 400 Meter über dem Tal. Das Roussanou-Kloster (heilige Barbara), auf einem besonders isolierten Felsen, bietet den dramatischsten Klippenrandblick von allen Meteora-Klöstern; die Südterrasse schaut direkt in den freien Abfall des Felsens. Geöffnet für Besucher (Eintritt 3 Euro); Kleidungsvorschriften gelten (Schultern und Knie bedeckt). Die Ortschaft Kalambaka liegt im Tal 300 Meter unterhalb; Meteora-Tagestouren von Athen (Bus, 4 Stunden) oder per Zug nach Kalambaka.

4. Samaria-Schlucht, Kreta

Der Eingang der Samaria-Schlucht im Südwesten Kretas, erreichbar vom Xyloskalo-Aussichtspunkt auf 1.230 Metern, bietet einen Blick in die 18 Kilometer lange und bis zu 300 Meter tiefe Schlucht des Weissen Gebirges (Lefka Ori). Der Blick von oben zeigt das Schluchtsystem, die Zypressenwälder und den südlichen Horizont Richtung Lybische See. Die vollständige Schluchtdurchquerung (16 km, bergab) dauert 5-7 Stunden; der Xyloskalo-Aussichtspunkt allein ist per Bus von Hania erreichbar ohne Wanderung.

5. Apokalypse-Grotte, Patmos

Auf der kleinen Insel Patmos im südlichen Dodekanes liegt das Kloster des Heiligen Johannes und darunter die Höhle der Apokalypse, wo Johannes nach Überlieferung die Offenbarung empfing. Vom Kloster­plateau auf 200 Metern sieht man über den Hauptort Hora auf die Ägäis nach Norden und Süden. Die Fähre von Piräus dauert acht Stunden; von Kos per Katamaran vier Stunden. Der Ort hat ausserhalb der Hochsaison eine aussergewöhnlich ruhige Atmosphäre für einen griechischen Aussichtspunkt.

6. Hydra-Hafen Bergpfade

Die Insel Hydra hat keine Autos und keine Motorräder — einziges Transportmittel sind Esel und Fussmarsch. Die Pfade bergauf vom Hafen (55 m über Meeresspiegel) zu den erhöhten Klöstern und Aussichtspunkten bieten Blicke über die weisse Architektur des Hafens und das Argolische Meer. Der Klosterberg-Weg zum Profitis Ilias (588 m, 3-4 Stunden einfache Strecke) ist der längste der Insel; der kürzere Kanoni-Hügel (circa 1 Stunde) reicht für den Hafenblick aus.

7. Porto Katsiki, Lefkada

Vom Aussichtspunkt oberhalb der Felsklippen bei Porto Katsiki an der Westküste Lefkadas blickt man auf einen der steilsten Klippenstrandabschnitte Griechenlands: weisse Kalksteinwände fallen senkrecht 180 Meter ins Ionische Meer. Eine Treppe von rund 100 Stufen führt vom Aussichtspunkt hinunter zum Strand. Von Lefkada-Stadt aus ist der Punkt per Mietauto in 40 Minuten erreichbar (Südroutewende Vassiliki).

8. Mount Aenos, Kefalonia

Der Mount Aenos (1.628 m) ist der höchste Punkt der Ionischen Inseln und Nationalpark. Der Gipfel ist per Strasse bis auf 1.300 Meter befahrbar; von dort führt ein Wanderweg in 45 Minuten auf den Gipfel. Der Ausblick umfasst das Ionische Meer nach Westen, die Bucht von Argostoli und an klaren Tagen bis zum Peloponnes. Der Nationalpark schützt den seltenen Kefalonia-Tanne (Abies cephalonica); der Wald auf dem Gipfelplateau hat eine eigenwillige Atmosphäre.

9. Poseidon-Tempel, Kap Sounion, Attika

Das Kap Sounion liegt 70 Kilometer südlich von Athen an der Südspitze Attikas. Der dorische Poseidon-Tempel (444 v. Chr.) steht auf einer Felszunge 65 Meter über dem Ägäischen Meer; bei Sonnenuntergang leuchten die Marmorsäulen goldfarben über dem Wasser. Lord Byron hat seinen Namen in eine Säule geritzt. Die Westausrichtung des Kaps macht den Sonnenuntergang über der Ägäis zum Hauptmotiv; der Eintritt beträgt 10 Euro. Per KTEL-Bus von Athen (2 Stunden) oder per Mietauto via Küstenstrasse.

10. Lalaria Strand Aussicht, Skiathos

Der Lalaria-Strand im Norden von Skiathos, mit weissem Marmorkiesel und türkisfarbenem Wasser unter Kalksteinbögen (Trypes, Löcher), ist nur per Boot erreichbar; der Küstenblick vom Ausflugsskiff auf die Felsbögen und den Strand bietet eines der markantesten Motive der Sporaden. Bootstouren ab Skiathos-Stadt täglich in der Hochsaison (Mai bis Oktober). Der Marmorbögen-Erker an der Strandwestseite ist bei Nachmittagslicht besonders leuchtend.

Griechenland für Aussichtspunkte planen

Santorin, Mykonos und die Meteora sind die bekanntesten Ziele und entsprechend belebt. Patmos, Hydra und Lefkada bieten ein ruhigeres Erlebnis ohne erhebliche Einbussen bei der Panoramaqualität. Alle zehn Punkte sind auf der interaktiven Karte verzeichnet.