Die zehn schönsten Aussichtspunkte Englands
England ist kein Land extremer Vertikalität, aber ein Land mit ungewöhnlich klar umrissenen Landschaftscharakteren. Die Pennines, der Lake District, die South Downs, der Peak District und die Kliffküste Cornwalls haben jeweils eine eigene visuelle Signatur. Hinzu kommt in London eine der vielschichtigsten urbanen Skyline- Erfahrungen Europas. Die Liste unten wechselt zwischen Natur und Stadt, zwischen Offensichtlichem und Übersehenem.
1. Helvellyn — Striding Edge, Cumbria — 950 m
Englands dritthöchster Gipfel und der meistfotografierte Lake-District-Gipfel. Der Anstieg über die Striding Edge ist ein klassischer Grade-1-Klettersteig; die einfachere Westroute von Thirlmere macht den Gipfel für gewöhnliche Wanderer erreichbar. Der Blick vom Steinmann umfasst den gesamten zentralen Lake District und reicht an seltenen klaren Tagen bis Snowdonia und zur Isle of Man.
2. Mam Tor, Peak District, Derbyshire — 517 m
Der Mam Tor liegt zwischen dem Hope Valley und dem Edale Valley und ist Ausgangspunkt eines Grats hinüber zum Lose Hill und Win Hill. Der Blick vom Gipfel reicht nördlich auf die Edale-Hochebene und südlich ins Hope Valley. Der Hügel ist auch für seine abrutschende Ostflanke bekannt — ein langsamer Erdrutsch, der 1979 die A625 zerstörte und bis heute sichtbar ist.
3. The Shard, London — 244 m
Der Turm von Renzo Piano an der London Bridge öffnete seine Aussichtsplattformen 2013. Die Terrassen im 68., 69. und 72. Stock zeigen sich in alle vier Himmelsrichtungen über City, Themse, Tower und Olympic Park. Sonnenuntergang über Westminster und dem Houses-of-Parliament-Komplex ist der klassische Winkel. Vorgebuchte Zeittickets; klare Wintertage liefern die schärferen Bilder.
4. Beachy Head, East Sussex — 162 m
Die höchste Kreide-Seekliff Großbritanniens, auf den South Downs östlich von Eastbourne. Der Blick ostwärts entlang der Seven Sisters ist das kanonische Bild der englischen Südküste. Der rot- weiss gebänderte Leuchtturm steht in der Brandung am Fuss des Kliffs. Der Ort hat eine schwierige Doppelgeschichte — er ist eine bedeutende Suizidstelle — und das Chaplaincy-Team patrouilliert die Kliffkante.
5. Scafell-Pike-Gipfel, Cumbria — 978 m
Englands höchster Berg. Der Gipfelsteinmann steht auf einem steinigen Plateau mit 360-Grad-Blick über den Lake District und an den klarsten Tagen bis nach Schottland und Wales. Der Standardweg von Wasdale Head ist kurz, aber unnachgiebig steil; die Corridor Route von Borrowdale aus ist interessanter, erfordert aber Wegfindung.
6. Roseberry Topping, North Yorkshire — 320 m
Der isolierte Kegel von Roseberry Topping in den North York Moors hat ein markant halb eingestürztes Profil (die Westflanke ging 1912 ab). Der Anstieg von Newton-under-Roseberry dauert eine Stunde. Der Gipfel überblickt Teesside, die Nordsee und an den klarsten Tagen die Cleveland Hills.
7. Old Harry Rocks, Dorset — 90 m
Die Kreidefelsen am östlichen Ende der Jurassic Coast — Old Harry, Old Harry's Wife (1896 zusammengebrochen) und die Stümpfe früherer Felsnadeln. Leicht von Studland aus zu erwandern; der South West Coast Path zieht westwärts entlang der Kliffs weiter Richtung Swanage. Die Kreide ist im Nachmittagslicht wirklich weiss.
8. Sky Garden, 20 Fenchurch Street, London — 155 m
Der Sky Garden im "Walkie-Talkie"-Turm ist mit Voranmeldung kostenlos. Der dreistöckige Innengarten blickt südwärts über die Themse und die City, mit Shard, Tower Bridge und HMS Belfast im Bildausschnitt. Weniger Höhe als beim Shard, aber bessere Komposition: Das meiste der ikonischen Londoner Skyline steht vor, nicht unter Ihnen.
9. Cheddar Gorge, Somerset
Die Kalksteinschlucht in den Mendip Hills ist die tiefste Englands (137 Meter Klippe über der Talsohle). Die B3135 windet sich unten durch; ein Wanderweg umrundet die Schlucht oben mit Aussichtspunkten über das Dorf Cheddar und die Somerset Levels dahinter. In Verbindung mit den Schauhöhlen am Schluchtmund ein guter Halbtagesausflug.
10. Glastonbury Tor, Somerset — 158 m
Der kegelförmige Hügel von Glastonbury erhebt sich aus den Somerset Levels und ist von der Ruine des St-Michael-Turms gekrönt. Der Blick rundherum geht über flaches Sumpfland und Weiden; bei winterlichen Inversionen überflutet das Tiefland und der Tor erscheint als Insel — das originale Avalon der lokalen Sage. Der Aufstieg dauert 15 Minuten.
Englische Aussichten planen
Englands kompakte Geografie macht eine Aussichtsreise eher zur Frage der Reihenfolge als der Distanz: London, Südküste, Cotswolds, Peak District und Lakes lassen sich in einer 7-10- tägigen Schleife verbinden. Die interaktive Karte zeigt Zugverbindungen und das National-Trail-Netzwerk zusammen mit den Aussichtspunkten.