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Die zehn schönsten Aussichtspunkte der USA

Die Vereinigten Staaten sind ein Aussichtsland aus geologischen Zufällen. Die westlichen Kordilleren stellen senkrechte Wände auf, das Colorado-Plateau schneidet Schluchten von tausend Metern Tiefe, der Osten hat seine eigenen, leiseren Hügelketten in den Appalachen und ein paar Wolkenkratzer setzen oben drauf eine künstliche Etage. Zehn auszuwählen ist zwangsläufig grob, aber die folgende Liste deckt die Spannweite ab und ist eine brauchbare Planungsbasis.

1. Glacier Point, Yosemite-Nationalpark, Kalifornien — 2.199 m

Das meistfotografierte Einzelbild der amerikanischen Landschaftsfotografie: Half Dome erhebt sich auf der gegenüberliegenden Talseite, die Nevada Falls und Vernal Falls stürzen im Mittelgrund, und die Granitwände des Yosemite Valley fallen 980 Meter zur Talsohle ab. Saisonal geöffnet (Ende Mai bis Oktober/November); die Strasse ist im Winter gesperrt. Zwischen Morgendämmerung und 9 Uhr ist es am ruhigsten.

2. Grand Canyon — South Rim, Arizona — 2.100 m

Der klassische Grand-Canyon-Blick führt vom Mather Point am Südrand nach Norden über sechzehn Kilometer Schlucht zum Nordrand und 1.800 Meter hinab zum Colorado River. Yavapai Point und Hopi Point bieten Bildvarianten. Das Abendlicht vom Hopi ist das Postkartenbild des National Park Service; der Sonnenaufgang vom Mather ist das leise Gegenstück.

3. Empire State Building Observation Deck, New York — 320 m

Das Observationsdeck im 86. Stock auf 320 Metern wurde 1931 eröffnet und bleibt die atmosphärischste amerikanische Wolkenkratzer-Aussicht. Der Blick nach Norden über Midtown zum Central Park ist das Urbild der Stadt. Das 102. Geschoss (380 m) ist verglast und ruhiger. Zeitticket buchen und auf eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang zielen.

4. Mount Washington — Gipfel, New Hampshire — 1.917 m

Der Mount Washington in der Presidential Range der White Mountains hat eines der instabilsten Wetter der Erde — die Gipfelwetterwarte mass einst eine Windgeschwindigkeit von 327 km/h. Zahnradbahn und Auto Road erreichen den Gipfel zwischen Mai und Oktober. An klaren Tagen reicht der Blick über fünf US-Bundesstaaten bis zum Atlantik.

5. Cadillac Mountain, Acadia-Nationalpark, Maine — 466 m

Der höchste Punkt der US-Nordatlantikküste. Von Oktober bis März ist der Gipfel der erste Ort im kontinentalen Amerika, der die Morgensonne sieht. Die Auto Road führt hinauf; im Sommer ist ein zeitliches Permit Pflicht. Der Blick geht über die Frenchman Bay, die Porcupine Islands und den offenen Atlantik.

6. Crater Lake — Kraterrand, Oregon — 2.135 m

Der tiefste See der USA (594 m) liegt in der Caldera des Mount Mazama, die vor rund 7.700 Jahren einstürzte. Die Rim Drive auf 2.135 Meter umrundet die Caldera mit dreissig benannten Aussichtspunkten; Watchman Overlook und Phantom Ship sind die meistfotografierten. Nur von Mitte Juli bis Oktober geöffnet — tiefer Schnee sperrt die Rim Road den Rest des Jahres.

7. Bright Angel Point, Grand Canyon — North Rim, Arizona — 2.500 m

Der Nordrand des Grand Canyon liegt 300 Meter höher als der Südrand, ist weniger erschlossen und nur vom 15. Mai bis 15. Oktober geöffnet. Bright Angel Point erreicht man in einem Viertelstunden-Spaziergang von der Lodge; die Felsnase ragt in den Canyon hinein und bietet eine 270-Grad-Sicht, die bis zum gegenüberliegenden Südrand reicht. Die Besucherzahlen liegen bei etwa zehn Prozent derer am Südrand.

8. Inspiration Point, Bryce Canyon, Utah — 2.500 m

Das Hoodoo-Amphitheater des Bryce Canyon mit seinen orange schimmernden Felsnadeln zeigt sich am besten vom Inspiration Point oder vom etwas höher gelegenen Bryce Point. In einer Viertelstunde wechselt das Morgenlicht die Hoodoos von Korallenrot zu Zinnober; die Inszenierung lohnt das frühe Aufstehen. Der Navajo Loop und der Queen's Garden Trail steigen ins Amphitheater hinab und bieten ein Gegenstück von unten.

9. Top of the Rock, Rockefeller Center, New York — 260 m

Das Deck im 70. Stock des GE-Hochhauses blickt südwärts über Midtown und rahmt das Empire State Building von oben gegen die Skyline von Lower Manhattan. Von den drei grossen Manhattan-Decks (Empire State, Top of the Rock, One World) ist Top of the Rock dasjenige, das das Empire State im Bild hat — der Grund, weshalb Fotografen es wählen. Zeittickets buchen; auf die 45 Minuten vor Sonnenuntergang zielen.

10. Bear Lake, Rocky Mountain Nationalpark, Colorado — 2.880 m

Bear Lake auf 2.880 Metern ist der Ausgangspunkt einiger der klassischen Hochgebirgsausblicke Colorados: Dream Lake, Emerald Lake und der Hallett-Peak-Grat darüber. Der See selbst ist fünf Minuten vom Parkplatz entfernt; das Wegenetz fächert sich von dort in höhere glaziale Kare auf. Zeitticket erforderlich Mai bis Oktober.

Die US-Tour planen

Die Vereinigten Staaten sind so gross, dass eine einzelne Aussichtsreise typischerweise entweder den Osten, den Südwesten oder die Westküste umfasst. Die interaktive Karte zeigt Parkgrenzen, Rim Drives und urbane Observatorien gemeinsam, sodass die Geografie sichtbar wird.